Ausstellung 125 Jahre Streichergasse und Straßenfest

Die Streichergasse im Dritten Bezirk (Landstraße) feiert in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen.

Dazu gibt es im Bezirksmuseum die Ausstellung “125 Jahre Streichergasse” und mehrere Führungen/Rundgänge, den nächsten am Mittwoch, den 20. Juni mit dem Thema: “Leben im Ungassenland” mit Dieter Klein.

Den Abschluß der Festivitäten bildet das Straßenfest am 23. Juni von 14 bis 22 Uhr.

Rückblick auf 125 Jahre Streichergasse

Die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann hatte unser Grätzel vor einem halben Jahrhundert in ihrem Roman „Malina” als ,,Ungargassenland” bezeichnet.
Wir Bewohner der Streichergasse (benannt nach Beethovens Klavierfabrikanten), die von der Ungargasse zur Rechten Bahngasse und damit zum ehemaligen Wiener-Neustädter­Kanal verläuft, konnten im Jahr 1993 das hundertjährige Bestehen dieses kurzen Straßenzuges mit seinen nur neun Häusern feiern. Damals machte eine kleine Ausstellung im Bezirksmuseum auf Architekturdetails aufmerksam, die bis dahin kaum beachtet worden waren.

Ein Straßenfest führte zu neuen, freundschaftlichen Kontakten zwischen Nachbarn, die seit Jahrzehnten nebe­neinander gewohnt hatten, ohne sich aber jemals wirklich kennen gelernt zu haben. Leute, die sich bis dahin nicht einmal gegrüßt hatten, entdeckten erfreut gemeinsame Interessen.

Inzwischen leben hier viele jüngere Menschen, eine neue Generation. Die Anonymität ist aber mit der Situation vor 25 Jahren durchaus vergleichbar. Wir hoffen auf einen vergleichbaren Effekt wie damals, auf freundschaftliche Kontakte zwischen den Generationen, die allen das Zusammenleben durch gegenseitige Hilfsbereitschaft angenehmer machen können.

Soweit noch bekannt wollen wir an unsere verstorbenen und auch an die „verschwundenen” jüdischen Nachbarn erinnern, die im Laufe von 125 Jahren seit der Kaiserzeit hier in diesen schönen alten, meist prachtvoll in neubarocken Formen gestalteten Häusern gelebt haben.

Dieter Klein (Mai 2018)

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